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Aktivitäten und Ausflüge auf Nauru

Nauru ist winzig – aber es gibt erstaunlich viel zu entdecken. Die ganze Insel ist gerade einmal 19 Kilometer im Umfang, doch auf diesem kleinen Flecken Erde findet sich eine erstaunliche Dichte an Sehenswürdigkeiten, Naturwundern und kulturellen Erlebnissen. Vom Surfen in der Anibare Bay über die Erkundung japanischer Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur Vogelbeobachtung auf dem Korallenplateau – Nauru bietet Abenteuer abseits der ausgetretenen Touristenpfade.

🚗 Inselrundfahrt – Nauru in 30 Kilometern

Der beste Startpunkt für jede Erkundungstour ist eine Inselrundfahrt auf der Küstenstraße. Die rund 19 Kilometer lange, vollständig asphaltierte Ringstraße führt einmal um die gesamte Insel – non-stop in etwa 25 bis 30 Minuten, mit Stopps an den interessanten Stellen sollten Sie zwei bis drei Stunden einplanen. Die Fahrt bietet einen perfekten Überblick über Naurus acht Distrikte, die dichte tropische Vegetation des Küstengürtels, die steilen Korallenklippen und immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das türkisfarbene Meer.

Sie können die Insel mit einem Mietwagen erkunden (am besten über das Menen Hotel oder lokale Kontakte organisieren), mit dem Taxi (vorher einen Fahrpreis aushandeln) oder auch zu Fuß – die 19 Kilometer sind eine sportliche, aber lohnenswerte Tagestour. Ein Fahrrad wäre die ideale Option, allerdings gibt es auf Nauru keinen Fahrradverleih.

📍 Die wichtigsten Stopps auf der Inselrundfahrt

Yaren (Süden): Parlamentsgebäude, internationaler Flughafen, Nauru Museum, Moqua Cave.
Meneng (Südosten): Menen Hotel, Anibare Bay, beste Strandabschnitte.
Anibare (Osten): Surfstrand, Aussichtspunkt auf die Bucht.
Ewa (Norden): Japanische Kanonenstellungen, Ruhe und Einsamkeit.
Denigomodu (Westen): Capelle & Partner Supermarkt, Krankenhaus, Arbeiterwohnheime.
Aiwo (Südwesten): Hafen, Phosphatverladeanlagen, Verwaltungsgebäude der Nauru Phosphate Corporation.

🔍 Geschichte zum Anfassen – Zweiter Weltkrieg auf Nauru

Nauru wurde zwischen August 1942 und September 1945 von Japan besetzt – eine dunkle Zeit, in der die Insel massiv befestigt wurde. Die Überreste dieser Befestigungsanlagen sind heute noch an vielen Stellen der Insel zu besichtigen und gehören zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten.

Command Ridge (Janor) – Höchster Punkt mit bester Aussicht

Der Command Ridge (nauruisch: Janor) ist mit 65 Metern der höchste Punkt der Insel und ein absolutes Muss für Geschichtsinteressierte. Hier oben, auf dem zentralen Plateau (der Topside), befinden sich die Überreste eines japanischen Kommandopostens – daher der englische Name. Sie finden hier zwei original erhaltene japanische Kanonen (Küstengeschütze), einen ausgemauerten Bunker, eine ehemalige Funkstation und die Fundamente mehrerer Baracken. Der Ort bietet zudem einen atemberaubenden Panoramablick über die gesamte Insel – von den Korallenklippen im Osten bis zum Phosphatplateau im Westen. Der Aufstieg erfolgt über eine unbefestigte Piste – am besten mit einem Allradfahrzeug oder zu Fuß.

Weitere Geschichtsstätten

Weitere japanische Kanonen und Bunker finden Sie in Ewa (Nordküste), in Yaren (nahe dem Flughafen) und bei Aiwo. Die Geschütze sind überwiegend 7,7-cm-Küstengeschütze und 15-cm-Haubitzen. Die japanische Besatzung stationierte rund 3.000 Soldaten auf der Insel – zur damaligen Zeit mehr Soldaten als Nauru Einwohner hatte. Informieren Sie sich vor dem Besuch über sichere Zugänge – einige Areale liegen auf Privatgrundstücken.

Nauru Museum – Geschichte und Kultur unter einem Dach

Das Nauru Museum in Yaren (am Regierungsviertel gelegen) ist klein, aber fein. Es zeigt eine Sammlung traditioneller Handwerkskunst (geflochtene Pandanus-Matten, Kokosfaserseile, hölzerne Werkzeuge und Zeremonialgegenstände), historische Fotografien aus der deutschen Kolonialzeit, der japanischen Besatzung und der Ära des Phosphatabbaus, sowie Ausstellungen zur nauruanischen Kultur, Musik und den zwölf traditionellen Stämmen. Der Eintritt ist frei – eine Spende wird gerne gesehen. Das Museum hat leider unregelmäßige Öffnungszeiten; fragen Sie im benachbarten Tourismusbüro nach.

🏄 Wassersport und Abenteuer

Schnorcheln

Das Korallenriff rund um Nauru ist der Lebensraum einer farbenfrohen Unterwasserwelt. Die besten Schnorchelplätze befinden sich an der Anibare Bay (Nord- und Südseite) und an der Ostküste zwischen Anibare und Ijuw. Die Sichtweite beträgt an ruhigen Tagen 15–30 Meter. Papageienfische, Doktorfische, Falterfische, Kofferfische und gelegentlich Meeresschildkröten sind die häufigsten Begegnungen. Wichtig: Es gibt auf Nauru keine Tauchshops – bringen Sie Ihre eigene Schnorchelausrüstung mit. Festes Schuhwerk (Wasserschuhe) ist wegen der scharfkantigen Korallen unerlässlich.

Surfen

Die Anibare Bay ist Naurus Surfrevier. Von November bis Februar, wenn der Südost-Passat maximale Stärke erreicht, bietet die Bucht konsistente Wellen von 1 bis 2 Metern Höhe. Es überwiegen Riffbrecher – ideal für erfahrene Surfer. Es gibt keine Surfschulen, Rettungsschwimmer oder Ausrüstungsverleih. Eigenes Board und Leash sind ein Muss. Die Strömung kann stark sein – Surfen auf Nauru ist nichts für Anfänger.

Hochseeangeln

Die Gewässer rund um Nauru gehören zu den fischreichsten des Pazifiks. Thunfisch (Gelbflossen-Thun, Großaugenthun), Mahi-Mahi, Wahoo und Marlin sind die begehrtesten Ziele. Angelausflüge können über die Nauru Fisheries and Marine Resources Authority (NFMRA) oder über das Menen Hotel organisiert werden. Die Boote sind einfach, aber funktionell – mit Angelshop und Führung durch lokale Fischer. Eine Tages-Charter kostet etwa 400–800 AUD (aufgeteilt auf mehrere Angler). Fang über dem 5. Breitengrad ist nichts für schwache Mägen – die hohe Dünung kann selbst erfahrene Seeleute fordern.

⛰️ Die Topside – Mythos Phosphatbergbau

Der Phosphatabbau hat Nauru reich gemacht – und das Innere der Insel in eine surreale Mondlandschaft verwandelt. Eine Tour auf die Topside – das zentrale Plateau – ist einerseits eine Zeitreise in die Industriegeschichte der Insel und andererseits ein eindringliches Mahnmal für die ökologischen Kosten des Abbaus. Hier stehen Sie zwischen bizarr geformten, bis zu fünf Meter hohen Kalknadeln (Pinnacles), leeren Becken und verfallenen Förderanlagen. Es ist eine Landschaft, die so unwirklich wirkt, dass man sich auf einem anderen Planeten wähnt.

Besichtigungstour: Eine geführte Tour auf die Topside muss im Voraus organisiert werden – am besten über die Nauru Phosphate Corporation (RONPhos) oder das Tourismusbüro in Yaren. Festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und Sonnenschutz sind obligatorisch. Die unbefestigten Straßen im Inselinneren sind ohne Allradfahrzeug kaum befahrbar.

Command Ridge ist der ideale Ausgangspunkt für eine Topside-Erkundung: Von hier aus haben Sie einen atemberaubenden Panoramablick über das gesamte Plateau und hinaus auf den Pazifik.

🏛️ Parlamentsgebäude und Regierungsviertel

Das Parlamentsgebäude (Parliament House) in Yaren ist das politische Zentrum der Republik Nauru. Das weiße, moderne Gebäude ist von außen frei zugänglich und gut zu fotografieren. Besichtigungen des Inneren sind nach vorheriger Absprache mit dem Büro des Parlamentspräsidenten möglich. Der angrenzende Regierungsbezirk beherbergt die Ministerien, den Obersten Gerichtshof und die Verwaltung. Die gesamte Anlage ist gepflegt und wirkt fast surreal ruhig – ein Symbol für die stille Würde der kleinsten Republik der Welt.

🏋️ Sport und Unterhaltung

Gewichtheben ist der Nationalsport Naurus – und die Insel hat Olympioniken und Commonwealth-Medaillengewinner hervorgebracht, darunter die legendären Lifters Marcus Stephen (später Präsident Naurus) und Reanna Solomon. Wenn gerade ein Wettkampf im Meneñ Stadium (Naurus Nationalstadion) stattfindet, sollten Sie unbedingt vorbeischauen – die Atmosphäre ist elektrisierend.

Australian Rules Football ist die beliebteste Mannschaftssportart – acht Distrikt-Mannschaften treten gegeneinander an. Die Spiele finden meist am Wochenende auf den Sportplätzen der Distrikte statt und sind ein großartiges Gemeinschaftserlebnis. Auch Tennisplätze und ein Golfplatz (ein einfacher 9-Loch-Platz) sind auf der Insel vorhanden.

🛍️ Souvenirs und Einkaufen

Echte Souvenirs – also typisch nauruanische Mitbringsel – sind auf der Insel nicht leicht zu finden, aber es lohnt sich, danach zu suchen. Der Handicraft Shop in Yaren verkauft handgeflochtene Pandanus-Körbe und -Matten, Muschelketten, Kokosnuss-Schnitzereien und Holzarbeiten. Diese werden von einheimischen Kunsthandwerkern hergestellt – der Kauf unterstützt direkt die lokale Kultur und Wirtschaft. Auch auf den Kirchenbasaren am Sonntag werden handgefertigte Gegenstände angeboten. Briefmarken der Nauru-Post (Philatelie) sind bei Sammlern sehr beliebt.

Achtung: Nauru hat keine Einkaufszentren, keine Supermärkte im westlichen Sinne und keine Souvenir-Shops entlang der Straße. Planen Sie entsprechend.

📸 Die besten Fotospots auf Nauru

  • Sonnenaufgang über der Anibare Bay – 5:30–6:00 Uhr, Ostküste. Unvergessliche Farben über dem türkisfarbenen Wasser.
  • Sonnenuntergang am Command Ridge (Westen der Topside) – Panoramablick über die gesamte Insel bei goldenem Licht.
  • Japanische Kanonen auf dem Command Ridge – relaxte Industrie-WWII-Ästhetik mit Pazifik-Kulisse.
  • Buada Lagoon – üppige Vegetation, Spiegelungen im brackigen Wasser. Am schönsten am frühen Morgen.
  • Phosphat-Mondlandschaft auf der Topside – surreal und beeindruckend, am besten am Mittag mit Sonnenlicht von oben.
  • Küstenstraße bei Denigomodu – Palmen, Korallenklippen, blaues Meer – eine typische Südseekulisse.

✅ Aktivitäten-Checkliste

19 km
Inselumfang – perfekt für eine Rundfahrt
25–30 Min.
Nonstop-Fahrt um die Insel
~3.000
Japanische Soldaten während der Besatzung
65 m
Höhe Command Ridge – Naurus höchster Punkt

Tipp für Fotografen: Eine gute Kamera mit Teleobjektiv ist Gold wert – für Vögel, japanische Kanonen und die weiten Panoramen über das Korallenriff. Die goldene Stunde auf Nauru ist intensiv, aber kurz (ca. 30 Minuten vor Sonnenuntergang). Da Nauru nahe dem Äquator liegt, wird es unmittelbar nach Sonnenuntergang schnell dunkel – stellen Sie sich rechtzeitig ein.

Planen Sie mindestens 3 bis 4 Tage für Ihre Entdeckungen auf Nauru ein. Die Insel ist zwar winzig, aber die Kombination aus Geschichte, Natur, Wassersport und Kultur macht sie zu einem Ort, der weit mehr zu bieten hat, als seine Größe vermuten lässt – und der Sie mit seiner unberührten Schönheit und authentischen Atmosphäre garantiert in seinen Bann ziehen wird.

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